Nano – Ganz Kleines ganz groß

Am 29. Dezember 1959 hielt der amerikanische Physiker und Nobelpreisträger Richard Feynman (1918-1988) vor der American Physical Society einen Vortrag mit dem Titel "There’s plenty of room at the bottom" (übersetzt etwa: Ganz unten ist eine Menge Platz), in dem er die Arbeit mit submikroskopisch kleinen Strukturen als wichtiges künftiges Forschungsgebiet bezeichnete. Der Begriff Nanotechnologie (vom griech. νάννος [nános] = Zwerg) wurde erst in den 1970er Jahren geprägt.

Inzwischen fasst die Nanotechnologie begrifflich zahlreiche wissenschaftliche Disziplinen zusammen, darunter zum Beispiel Bereiche der Cluster-, Oberflächen- und Halbleiterphysik sowie der Chemie und Materialwissenschaft. Der Sammelbegriff bezieht sich auf die allen Nano-Forschungsgebieten gemeinsame Größenordnung der betrachteten Strukturen: vom Einzelatom mit rund 0,1 Nanometern (nm – Millionstel Millimeter) Durchmesser bis zu Gebilden von 100 nm Ausdehnung. Das entspricht Ansammlungen von maximal etwa 100.000 Atomen.

Die Zahl der neu erteilten Patente zur Nanotechnologie ist gerade in den letzten Jahren sprunghaft gestiegen. Im Jahre 2006 beschäftigten sich allein in Deutschland über 50.000 Menschen in mehr als 500 Unternehmen mit der Nanotechnologie und ihren Anwendungsmöglichkeiten.

Anzahl/a

Erteilte Patente zur Nanotechologie (USA, Europa, Japan); nach Nature Nanotec. 3 (2008) 123

Bei Bayer MaterialScience werden die Effekte und Einsatzmöglichkeiten von Nanopartikeln und –strukturen im Rahmen zahlreicher Forschungsprojekte untersucht. Dabei geht es etwa um kratzfeste, elektrisch leitfähige oder Schmutz abweisende Beschichtungen, aber auch um neuartige polymere Werkstoffe und Klebstoffe mit bisher unerreichten Eigenschaften.

Außerdem leistet Bayer in verschiedenen Organisationen, Initiativen und Arbeitskreise Beiträge, um einen sicheren und Nutzen stiftenden Umgang mit der Nanotechnologie zu gewährleisten.